Zoom 85

Landläufig wird der Begriff ‚Zoom’ wohl eher dem Bereich der Fototechnik zugeordnet. Mit ‚Zoom 85’ könnte auch ein Objektiv, das über variable Brennweiten verfügt, gemeint sein. Auch der Zusatz ‚85’ wird plausibel: Ein Fokus von 85 mm wird bei Kleinbildkameras als Standard für Portraitaufnahmen betrachtet.
So weit so gut – denn diese Assoziation ist hier sowohl berechtigt als auch von den Createuren der ‚head line’ für diese Präsentation erwünscht. Schließlich zeigen die Künstler die individuellen Etappen und Resultate auf dem gemeinsamen Weg in der seit 1985 bestehenden Ateliergemeinschaft. Aus der Gesamtaufnahme heraus wird so auf das kreative Individuum fokussiert.
Allerdings verweist diese Vokabel noch auf einen völlig anderen Zusammenhang.
Bedeutet doch der aus dem altgriechischen entlehnte Begriff den zoologischen Aspekt eines definierten Lebensraumes – das Zoom dieses einzigartigen Bioms.
Legen wir also die Grenzen des hier relevanten Bioms fest. Das näher zu betrachtende Biotop in der ‚Von-Alten-Allée 8’ erstreckt sich zwischen dem Vorderhaus, der Mauer zum westlichen Nachbargrundstück, der ‚Grüne Grenze’ zum östlich gelegenen Terrain und schließt den Ateliertrakt inklusive Brandschutzmauer zum südlichen Hintersassen mit ein..
Kennzeichnend und geradezu programmatisch wirksam ist die zwecks Zugang zum Garten- und Atelierbereich notwendig zu passierende Untertunnelung des Vorderhauses.
Im Einzelnen:
 
1.)           um in das Areal der Kunst und Kreativität vorzudringen, ist es offenbar unumgänglich, unterminierend und subversiv vorzugehen - die alltägliche
Wohnwelt muss unterwandert werden
2.)           ist das Vorderhaus konstitutiver Teil des Biotops, so bildet es mit dem Atelierbereich die Extreme, die Pole dieses Gebildes, was auch das jeweils residente Zoom mit einbezieht.. Und man sollte wohl davon ausgehen können, dass zwischen diesen Kräfte strömen, die prozess- wie formgestaltende Qualität entwickeln. Die Wirksamkeit dieser Kräfte kann durch die Justierung am einzigen gemeinsamen Zugang gesteuert werden
3.)           die durch die Untertunnelung bewirkte Verbindung zwischen Welt und Kunst, fest verschließbar durch Tore an der straßenzugewandten und der Garten und Atelier zugehörigen Seite, wirkt schleusenähnlich und ist zweifelsohne ein Sicherheitssystem
4.)           fraglich bleibt dabei allerdings, ob diese Schleuse primär sicherheitstechnische, hygienische, purifizierende oder verbindungsstiftende Funktion wahrnimmt – vielleicht handelt es sich hierbei auch um ein Moderations-Mix
5.)           bildet das gesamte Flurstück mit allen biom- wie und zoombezogenen Aspekten das Biotop, so entsteht ein Mikrokosmos, in dem einerseits, sämtliche Attitüden realer wie eventueller Akteure berücksichtigend, die Kommunikation zwischen Produzenten und Rezipienten von Kunst stattfindet. Andererseits ist die erwerbsmäßig-künstlerische Produktion alltäglich. Sie wurde zwar subversiv eingeschleppt – trotzdem ist sie symbiotisch und erscheint geradezu naturwüchsig
 
Der Blick auf die Exponate zeigt nachweislich einen Zusammenhang. Wie bereits oben angesprochen: Man könnte ein Programm mutmaßen.
Der Einfachheit halber nennen wir es ZOOM 85
Z o o m 8 5
Q u a l i t ä t s s i c h e r u n g
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